Framed Urban Mona

2026 – Sebastian Gabler

Framed Urban Mona – Sebastian Gabler, 2026

Kunst oder Schmiererei? Vielleicht beides. In nahezu jeder Stadt, in jedem Dorf finden sich Graffiti und Street Art. Tags, Schriftzüge und Zeichen an Bahnhöfen, Hauswänden oder Unterführungen werden oft als Vandalismus, Dreck oder Schmiererei wahrgenommen. Aufwendige „Pieces“, die mit Zeit, Können und künstlerischem Anspruch entstehen, genießen dagegen häufig mehr Anerkennung – solange sie nicht auf Zügen oder fremdem Eigentum auftauchen.

Und dann gibt es Künstler wie Banksy. Seine Arbeiten werden unabhängig vom Ort ihrer Entstehung als Kunst gefeiert, geschützt und für hohe Summen gehandelt. Doch wo liegt der Unterschied? In der Botschaft? Im handwerklichen Können? Im Ruhm des Künstlers? Am Ende bleibt es Farbe auf einem Untergrund.

Graffiti kann als Stimme des Untergrunds verstanden werden. Es ist der Wunsch, gesehen zu werden, Respekt zu erhalten und eine Botschaft im öffentlichen Raum zu hinterlassen. Der illegale Aspekt wird gesellschaftlich oft abgelehnt. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass Veränderungen selten nur innerhalb bestehender Regeln entstanden sind. Viele Bewegungen begannen mit dem Mut, sichtbar zu werden und Grenzen zu überschreiten.

Dieses Werk vereint die unterschiedlichen Facetten von Street Art. Im Hintergrund befinden sich die typischen Spuren einer urbanen Wand: Tags, Schriftzüge und vermeintliche Schmierereien. Darüber erscheint die Mona Lisa – eines der bekanntesten Kunstwerke der Welt – umgesetzt in einer Schablonentechnik, die eng mit der Street-Art-Kultur verbunden ist. Ein roter Streifen, angelehnt an Absperrband, durchzieht die Bildfläche und trägt die Botschaft:

„This Art is fine. The World isn’t.“

Das Statement stellt die Frage, warum wir Farbe auf einer Wand oft schneller verurteilen als die Probleme, die unsere Welt prägen. Politische Spannungen, gesellschaftliche Veränderungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und die Klimakrise verändern unsere Gegenwart in einem Tempo, das viele Menschen verunsichert. Gegen diese Entwicklungen scheint der Einzelne oft machtlos. Ein Graffiti hingegen ist sichtbar, greifbar und leicht abzuwerten.

Doch vielleicht beginnt jede große Veränderung genau dort: mit einer Idee, einer Botschaft, einer Stimme. Vielleicht sogar mit einer Spraydose, einem Tag oder einem Stück Farbe auf einer Wand.

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Upcycling SGT

2021 – Sebastian Gabler

Upcycling SGT – Sebastian Gabler, 2021

Seit Jahrhunderten übermalen Künstler ihre eigenen Werke oder nutzen bereits bemalte Leinwände erneut. Nicht selten werden Jahre oder sogar Jahrhunderte später verborgene Gemälde unter einer weiteren Farbschicht entdeckt. Die Gründe dafür waren vielfältig – von der begrenzten Verfügbarkeit von Leinwänden bis hin zur bewussten künstlerischen Entscheidung, Bestehendes weiterzuentwickeln.

Auch Graffiti und Street Art leben von diesem Prinzip. Sie entstehen im öffentlichen Raum, werden übermalt, verändert und verschwinden wieder. Vergänglichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Kunstform.

Dieses Werk greift genau diesen Gedanken auf. Eine bedruckte Leinwand wurde vollständig übersprüht und dadurch zur Grundlage eines neuen Bildes. Im Hintergrund entsteht eine vielschichtige Komposition aus Farben, spontanen Linien und Tags. Zwischen den Farbschichten erscheinen immer wieder der Schriftzug „SGT“ sowie ein stilisiertes Horn – das Symbol des Burschenvereins.

Der eigentliche Mittelpunkt des Werkes liegt nicht im Hintergrund, sondern in dem, was die schwarze Form freigibt. Sie lenkt den Blick, ordnet das scheinbare Chaos und verleiht dem ungezügelten Farbenspiel eine neue Bedeutung. Erst durch die schwarze Negativform entsteht der Schriftzug „SGT“.

So wird aus Chaos Struktur, aus Zufall Gestaltung und aus einem übermalten Bild ein neues Werk. Der Akt des Übermalens zerstört dabei nicht das Vorherige, sondern macht es zum unverzichtbaren Bestandteil des Neuen.

Und was bedeutet „SGT“? Vielleicht gar nicht so wichtig. Aber jeder Künstler braucht schließlich ein Signet.

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Roding

2012 – Sebastian Gabler

Roding – Sebastian Gabler, 2012

Der Hintergrund ist in kräftigen Rottönen gehalten und erinnert durch seine dynamische Gestaltung an lodernde Flammen. Vor diesem Hintergrund wurde der Schriftzug leicht diagonal in Form eines Halbkreises angeordnet. Ein besonderes gestalterisches Detail ist die Integration des Buchstabens „i“ als stilisierter Kirchturm. Ergänzt wird die Komposition durch das reduzierte Stadtwappen.

Ein zentrales Gestaltungselement des Werkes ist der Einsatz von Negativformen. Die eigentlichen Motive entstehen durch schwarze Outlines, die den Hintergrund bewusst einrahmen und so die finale Form bzw. den Schriftzug kreieren.

Bereits im Jahr 2012 wurde das Werk im Rahmen der Abschlussausstellung der Realschule im Rathaus präsentiert. Der damalige Bürgermeister Franz Reinhold erwarb das Bild für die Stadt Roding. Viele Jahre schmückte es den Bürgerservice im Rathaus. Nach dessen Neugestaltung im Jahr 2024 erhielt das Kunstwerk einen neuen Platz im Tourismusbüro.

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Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Sebastian Gabler
Ringstraße 38
93426 Roding
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